Methoden zur Trocknung von Fußböden nach einem Wasserschaden

Info: Lesen Sie bitte auch die Allgemeinen Infos zum Thema Trocknung. Es muss eine Kontrolle auf Schimmelbefall von einem Experten durchgeführt werden, bevor eine Trocknung beginnen darf.

Wenn Wasser durch einen Wasserschaden in den Fußboden gelangt ist, gilt es zu überprüfen, wie der Fußboden aufgebaut ist.

Das ist deshalb so wichtig, weil die Trocknungsmethode je nach Fußbodenaufbau variiert und anhand des Fußbodenaufbaus über das weitere Vorgehen entschieden wird.

Es gibt verschiedene Aufbauten von Fußböden. Mit der Bezeichnung „Fußbodenaufbau“ ist folgendes gemeint:

Konstruktionsarten bei Estrichen:

Verbundestrich

Ein Estrich der mit dem tragenden Untergrund fest verbunden ist. In den meisten fällen ist ein Verbundestrich nicht zu trocknen – muss er auch nicht, da sich keine Hohlräume in Form von Dämmschichten unter ihm befinden.

Estrich auf Trennlage

Diese Konstruktionsart ist vom tragenden Untergrund mit einer dünnen Lage (meist Folie oder Bitumen) abgekoppelt. Diese Sperrschicht ist u.a. ein Schutz gegen Feuchtigkeit aus dem Untergrund (Erdfeuchte).
Auch bei dieser Konstruktionsart lässt sich eine Dämmschichttrocknung nicht anbringen, da auch hier keine Hohlräume vorhanden sind.

Schwimmender Estrich

Diese Konstruktionart ist auf eine Dämmschicht verlegt. Ein Estrich auf Dämmschicht wird als Schwimmender Estrich bezeichnet und ist im Wohnungsbau üblich. Bei dieser Form gibt es immer Hohlräume die eine Trocknung der Dämmschicht zulassen. Es gibt aber jede Menge zu beachten und es ist bei jedem Wasserschaden notwendig, das der Fachman den Bodenaufbau kennt oder ggf. prüft.

Einige Etrichsorten verlieren durch Wassereintritt ihre Eigenschaften und müssen deshalb nach einem Wasserschaden ausgebaut werden. Auch einige Dämmstoffe lassen sich unter bestimmten umständen nicht mehr trocknen und ein Ausbau des Estrichs ist erfoderlich. Lassen Sie das von einem Fachman abklären.

Trockenestrich

Dieser Estrich wird auch Fertigteilestrich genannt. Er wird in vorgefertigten Teilen hergestellt und beim verlegen miteinander verbunden. Trockenestrich muss auf jedenfall vom Fachmann überprüft werden. Ist er feucht so muss er in der Regel ausgebaut werden.

Die Trocknung einer Dämmschicht im Unterdruckverfahren

Ein Fachmann muss immer prüfen um welche Estrichsorte es sich im betroffenen Bauteil handelt und dann das weitere Vorgehen festlegen (Ausbau des Estrichs oder Trocknung).

Beispiel:
In den meisten Wohnhäusern findet man Estrich mit Dämmschicht.(siehe Bilder)

 

Estrich mit Styropordämmung

Hier sehen Sie einen Fußbodenaufbau im Querschnitt
Von oben nach unten:

  1. Fliese
  2. Zementestrich
  3. Styropor Dämmung
  4. Rohboden

Wenn nun Wasser durch einen Wasserschaden in die Dämmung unter den Estrich gelaufen ist, muss dafür gesorgt werden, durch ein Trocknungsverfahren diese Feuchtigkeit zu beseitigen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Trocknungsmethode für Schwimmenden Estrich

Der heutige Stand der Technik, ist das Absaugen der Feuchtigkeit unterm Estrich. Dazu werden mehrere Bohrungen durch die Estrichplatte hergestellt. An diesen Öffnungen werden mit Stutzen Schläuche angebracht. Diese Schläuche werden am Saugstutzen einer Turbine angeschlossen. Ebenfalls wird ein Trockner aufgestellt der für ein trockenes Raumklima sorgt.

Es ist absolut notwendig das nahezu die gesamte Randfuge geöffnet wird – d.h. abschneiden der Silikonfugen oder abnehmen der Sockelleisten – oder wenn nicht anders möglich, müssen genügend Ausgleichsbohrungen im bereich der Randfuge hergestellt werden.

Die Turbine Saugt über die großen Bohrungen getrocknete Raumluft über die geöffnete Randfuge in die Dämmschicht. Die Angesaugte getrocknete Raumluft tritt über die Öffnungen an den Randfugen ein und durchströmt die Dämmschicht, während Sie die Feuchtigkeit aufnimmt.

Die angesaugte Luft aus der Dämmschicht wird durch einen Filter gereinigt und nach draußen befördert.

Trocknung Dämmschicht unter dem Estrich im Unterdruck

Dielenboden Belüften

Einen Dielenboden kann ebenfalls belüftet werden. Dazu wird der Dielenboden angebohrt und es wird Trockenluft in den darunter vorhandenen Hohlraum (oder Schüttung) geblasen. Im Grunde der gleiche Trocknungsablauf wie bereits oben beschrieben.

Dieses Trocknungsverfahren nennst sich auch Hohlraumtrocknung. Wichtig dabei ist, das vorher geprüft wird ob das betrofene Bauteil Schimmelbelastet ist und um welche Dämmschicht (Schüttung) es sich handelt. Ein Ausbau des betroffen Bauteils findet häufig statt.